Christian Horn

Zweifelsfrei hat Christian Horn einen der herrschaftlichsten Arbeitsplätze der Stadt: Das Altenburger Residenzschloss. "Die Schönheit des Schlossareals, diese Erhabenheit und diese positive Atmosphäre begeistern mich jeden Tag auf's Neue", schwärmt der Direktor des Schloss- und Kulturbetriebs. 

 

Im Sommer 2016 zog dieser Posten den promovierten Theaterwissenschaftler von Leipzig nach Altenburg. Kaum in der Skatstadt angekommen, hob er zusammen mit Anja Fehre die Urform der späteren "Stadtmensch Initiative" aus der Taufe. "Es gab in Altenburg schon immer jede Menge Leute, die sich einbringen und machen. Wir wollten eine Lobby für diese Leute und damit verbundene Sichtbarkeit schaffen", erinnert er sich an die Anfänge. 

 

Es sei wie ein Schneeball gewesen, der den Berg runter kommt - und sich spätestens zum ersten Stadtmensch Festival 2018 zur amtlichen Lawine mauserte. "Das Festival erzeugte eine enorme Resonanz und hatte viel Esprit. Das war was Neues, offen und riskant, denn keiner konnte abschätzen: Kommen da Leute?" Alle Beteiligten seien einfach drauflos marschiert mit dem "könnte schief gehen" im Hinterkopf. Dass es ein Erfolg wurde, erstaunt den begeisterten Jogger und Fan des "Jump House" in Leipzig kein Müh. "Es ist schön, dass der Chor der Zweifler längst nicht mehr im Vordergrund steht!" Erst Recht nicht, seit die "Stadtmensch Initiative" vom Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat gefördert wird. "Wir sind die einzige kleine Stadt in diesem Netzwerk und konnten trotzdem Schritt halten mit den Großen. Einer der letzten vier von 100... Das war schon klasse, als wir in Frankfurt ausgezeichnet wurden!"

 

So begeistert er sich im Netzwerk engagiert, so intensiv nimmt ihn sein Job als Schlossdirektor in Beschlag. "Moderieren, moderieren, moderieren! Immer wieder reden und kommunizieren mit allen und jedem", umreißt er seine Tätigkeit, wobei: "Das Kreative fetzt am meisten!" Das Schöne an Altenburg sei nicht nur der bauliche Reichtum, sondern auch die Möglichkeit, auf sehr kurzen Wegen sehr viel gestalten zu können. "Gleichzeitig existierten nur kleine und politisch wie finanziell schwache Strukturen. Entsprechend viel Orgakompetenz musste aufgebaut werden", umreißt der Stadtmensch die größten Baustellen der vergangenen Jahre.

 

Wann immer möglich, dreht der gebürtige Leipziger mit seinem Fahrrad Runden durch Stadt und Umland - und ist oft länger unterwegs als geplant, weil er unterwegs jede Menge bekannte Gesichter trifft.